Historisches Foto einer Tarantella, die in einem Saal vor Publikum getanzt wird
Die Tradition

Die Ursprünge derTarantella sorrentina

Sorrent ist seit jeher eine der Hochburgen der Tarantella. Die Ursprünge der Tarantella sorrentina, des traditionellen Volkstanzes von Sorrent, verlieren sich zwischen Mythos und Geschichte: von den Sirenen, die Odysseus betörten, über die Rituale gegen den Biss der Tarantel bis hin zum Liebestanz, der im 18. Jahrhundert die Feste der Halbinsel eroberte.

Tarantella-Tänzerinnen mit wehenden Tüchern

Zwischen Mythosund Legende

Einer Sorrentiner Legende zufolge sollen die Sirenen Odysseus mit den Bewegungen der Tarantella betört haben – genau vor den Klippen unserer Küste. Andere sehen den Ursprung des Tanzes in den Festen zu Ehren des Dionysos, mit ihren Tamburelli (Schellentrommeln) und Umzügen.

Es sind Erzählungen, doch sie sagen etwas Wahres: Hier gehören Musik und Tanz seit jeher zur Landschaft.

Paare tanzen die Tarantella im Kreis, von oben gesehen

Vom Tarantismuszum Tanz

Historische Quellen bringen den Namen mit dem Tarantismus in Verbindung, der vor allem rund um Tarentum, das antike Tarent, und entlang der ionischen Küste verbreitet war. Wer von der Tarantel gebissen wurde, suchte Heilung, indem er stundenlang zum Rhythmus der Tamburelli tanzte: ein regelrechter Exorzismus mit Musik.

Im 18. Jahrhundert gerät der Tarantismus im Raum Neapel in die Krise und verliert seine rituelle Bedeutung. Was bleibt, ist der Tanz: fröhlich, schnell, paarweise getanzt bei festlichen Anlässen. So entsteht die Tarantella, wie wir sie kennen.

Ein Tanzpaar in inniger Umarmung vor dem Panorama von Sorrent

Der Tanzder Liebe

In Neapel und Sorrent wird die Tarantella zum Tanz der Liebe, der Leidenschaft und der Eifersucht: ein Werben, bei dem der Mann auffordert, die Frau sich hingibt und wieder entzieht und die Tamburelli den Takt halten.

Getanzt wurde bei Festen, auf Hochzeiten und auf Terrassen über dem Meer, begleitet von Geige, Gitarre und Mandoline, vor allem aber von Volksinstrumenten: Tamburelli und Nacchere, also Schellentrommeln und Kastagnetten. Wie sie sich von der neapolitanischen Tarantella, der Pizzica und der Tammurriata unterscheidet, erfahren Sie in unserem Blogartikel.

Der Meister Tonino Ambrosino mit Tänzern auf einem historischen Foto

Der MeisterTonino Ambrosino

Zu den bedeutendsten Meistern Sorrents gehört Tonino Ambrosino, der sich über vierzig Jahre lang der Tarantella widmete und der Jugend die ursprünglichen Schritte weitergab, die er selbst von seinen Vorfahren gelernt hatte.

In den Proben und Begegnungen mit der Gruppe werden die Leidenschaft, der Ausdruck und die Emotionen weitergegeben, die ein Tanz wie dieser seinen Zuschauern schenkt. Genau dort machen wir weiter.

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